Anrede zum Sayfo Gedanktag 2021, vorgetragen von Amill Gorgis

Wie wichtig ist das Gedenken und die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Sayfo? Amill Gorgis, Stiftungsrat in der NISIBIN-Stiftung für Aramäische Studien und Gründungsmitglied der Fördergemeinschaft für eine Ökumenische Gedenkstätte für Genozidopfer im Osmanischen Reich e.V. (FÖGG), geht in seinem Beitrag hierauf ein.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation können wir auch dieses Jahr, 2021 die zentrale Gedenkveranstaltung in Berlin nicht im gewohnten Rahmen stattfinden lassen. Dennoch werden wir die Kranzniederlegung in der Gedenkstätte für die Opfer des Genozids präsent abhalten. Daher werden wir auch dieses Jahr das Gedenken virtuell begehen und ihr könnt es entsprechend mitverfolgen. Denn das gemeinsame Gedenken an den Sayfo 1915 ist von enormer Wichtigkeit für die Identität der verstorbenen und noch lebenden Aramäer:innen. „Denn nur wenn wir wissen woher wir kommen, können wir wissen wohin wir gehen.“, wie Amill Gorgis es in seinem Videobeitrag rezitiert.

Rezitation aus dem Buch des Zeitzeugen Ishak Armaleh, rezitiert von Lariya Kaya

Lariya Kaya ist im Vorstand des NISIBIN – Förderverein für Aramäische Studien. Sie rezitiert aus dem neulich erschienenen Buch „Die schlimmsten aller Katastrophen für die Christen“, herausgegeben von Frau Professor Dr. Dorothea Weltecke und Amill Gorgis. Es ist ein Zeitzeugenbericht des syrisch-katholischen Erzpriesters Ishaq Armale über die Massaker von 1895 und den Völkermord an den indigenen Christen im Osmanischen Reich. Das Buch hat Armale 1919 in Beirut veröffentlicht. Nun ist es erstmals in einer europäischen Sprache erhältlich. Es wurde im Rahmen eines Stipendiums von Herrn Georges Toro in der NISIBIN - Forschungsstelle für Aramäische Studien aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt und herausgeben. Die NISIBIN wird zu gegebener Zeit das Buch in den Gemeinden in Deutschland vorstellen.