„Ein Geschenk an die kommenden Generationen“ 

Am 31.Oktober 2009 fand im Spiegelsaal des Palais Prinz Carl in Heidelberg die Gala zur Gründung der „Stiftung Aramäischer Studien“ statt. Die Gala trug die Überschrift „Wirtschaft trägt Wissenschaft“. Prof. Dr. Mihran Dabag erhält den Mor Afrem-Preis vom syrisch-orthodoxen Patriarchen.

 

Dies war mit unter einer der treffendsten Aussagen, die diesen historischen Abend beschreiben könnten. Dieser Abend war nicht nur wegen dem glamourösen Ambiente, das der Spiegelsaal des Palais Prinz Carl bot, und dem anspruchsvollen Programm etwas Besonderes, sondern auch wegen des historischen Akts der Grundsteinlegung für die Gründung der Stiftung. Im Spiegelsaal wurden schon manch Erfolge und Meilensteine für die Aramäer durch die Fundatio Nisibinensis errungen, so das erste Symposium „Suryoye l-Suryoye“ im Jahre 2002 oder die Buchpräsentation „Malkuno zcuro“ von Antoines Saint-Exupérys, das 2005 in die neu-aramäische Sprache übersetzt und publiziert wurde.

Die Sprecher des Abends wie Professor Dr. Mihran Dabag (Institut für Diaspora- und Genozidforschung, Ruhr-Universität Bochum), Zeki Bilgic und David Gelen brachten mit ihren bewegenden und mitreißenden Ansprachen die Gäste zum Nachdenken und noch bedeutender: auf den Geschmack, „der kommenden Generationen ein Geschenk“ unserer Gemeinschaft zu hinterlassen.

Professor Dabag, der das Vorhaben von Anfang an tatkräftig unterstützt, betonte: „Unsere Tradition ist ein Wissen, das es wert ist, ins 21. Jahrhundert getragen zu werden. Wir müssen dieses Gut vorsichtig behandeln und bewahren.“ Es dürfe nicht nur bei der Gründung einer Stiftung bleiben, vielmehr soll der Aufbau eines interdisziplinären Instituts für Aramäische Studien und die Mitgliedschaft im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft folgen.

Nicht nur mit diesen Worten, dem stilvollen Ambiente des Palais und kulinarischen Genüssen wurden die Gäste verwöhnt, auch das Gehör kam auf seine Kosten. Die musikalische Verwöhnung reichte von der Opernsängerin am Nürnberger Staatstheater, Hrachuhi Bassenz (Sopran), Arman Sahakyan am Klavier über Aram Badalyan an der Violine bis hin zu Kamill Hanna, der aramäische Lieder sang und dazu Oud spielte. Auch Kristin Platt vom Institut für Diaspora- und Genozidforschung, die das Vorhaben der Fundatio tatkräftig unterstützt, bekam an diesem Tag etwas Besonderes: ein Geburtstagsständchen auf Aramäisch, das vom Stiftungsteam der NISIBIN gesungen wurde.

Ein weiteres Präsent wurde angekündigt. Der Patriarch der syrisch-orthodoxen Kirche, Mor Ignatius Zakkai I., würdigt das Engagement von Prof. Dabag für die aramäischen Studien mit dem Mor Afrem-Preis. Sichtlich gerührt nahm Prof. Dabag diese Ankündigung entgegen. Die Verleihung erfolgt im nächsten Jahr.

Es war durchaus ein erfolgreicher Abend für alle Teilnehmer, vor allem für die Fundatio Nisibinensis und für die aramäische Gemeinschaft, denn das wertvolle Geschenk für die Nachwelt wurde mit 200.000 Euro unterstützt. Ein Dank an dieser Stelle an alle Mitstifter aus Deutschland, Belgien, Holland und der Schweiz, für das Vertrauen in die Arbeit der Fundatio Nisibinensis.

Damit haben die Initiatoren der Stiftungsgründung ihr Ziel mehr als erreicht. Gleich zwei Schritte konnten auf einmal gegangen werden: Die Stiftungsgründung an sich und die Mitgliedschaft im renommierten Stiftverband für die Deutsche Wissenschaft.

Beide Schritte sind Meilensteine im Aufbau eines interdisziplinären Instituts für Aramäische Studien. Mit diesem eigenen Institut werden aramäische Studien verschiedenster Fachrichtungen, von Sprache bis Diaspora, angegangen werden.

 

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