Gründerversammlung in Bochum - Stiftung für Aramäische Studien gegründet!

Bochum, 20. März 2010

Mit einem feierlichen Akt im Senatssitzungssaal der Ruhr-Universität Bochum, einem symbolischen Ort, ist am Samstag, dem 20. März 2010 die Fundatio Nisibinensis – Stiftung für Aramäische Studien gegründet worden, die in den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft aufgenommen werden wird. In Anwesenheit von 41 TeilnehmerInnen unterzeichneten die sieben Gründer Martin Halef, lic.rer.pol. (Zürich), Dr. Emanuel Jacop (Hannover), Josef Kaya (Heilbronn), Dipl.-Ing. Albert Sevinc (Hadodo) (Düsseldorf) und Zeki Uyanik (Köln), Fundatio Nisibinensis – Gesellschaft zur Förderung Aramäischer Studien, vertreten durch die 1. Vorsitzende Anja Türkan und die Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes, vertreten durch Dr. Selva Can das Stiftungsgeschäft.

Unmittelbar nach der Unterzeichnung des Stiftungsgeschäfts beteiligten sich Sabo Aciz (Rheda-Wiedenbrück), Dr. Besim Akdemir (Lübbecke), Jakob Dakin (Ahlen), Amill Görgis (Berlin), Dr. Aho Hadodo (St. Gallen/Schweiz), Fehime Hanna (Heilbronn), Jeshu Jakob (Ahlen), Adnan Mermertas (Herne), Benjamin Ün (Füssen) und Maroge Yalcin (Enschede/Niederlande) Zustifter am Stiftungsvermögen, das sich damit auf insgesamt 200.000 EUR beläuft.

In einer gesonderten Sitzung wählten die Stifter anschließend Herrn Martin Halef zum Vorsitzenden der Stiftung und Herr Dr. Emanuel Jakob aus Hannover zu seinem Stellvertreter.  Die Zustifter stellen den Stiftungsrat, zu dessen Vorsitzenden Herr Jeshu Jakob, zu seinem Stellvertreter Herr Dr. Besim Akdemir gewählt wurde. Professor Mihran Dabag, der als Gastgeber die Teilnehmer der Gründungsveranstaltung begrüßte, hob die  Wichtigkeit dieses Schrittes für die Zukunft der aramäischen Gemeinschaft hervor: „Die Stiftung, die heute feierlich errichtet wird, ist ein Grundstein, ein Fundament, sie ist ein Eckstein für etwas Besonderes. Die Stiftung für Aramäische Studien entsteht nicht aufgrund von Geld, das man zuviel hat! Sie entsteht durch Menschen, die mit dieser Stiftung zeigen, dass das, was zählt, Wissen ist. Und zwar ein Wissen, das uns Brücken schlägt zwischen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft der Aramäer, zu ihrem sozialen Leben in unterschiedlichen Jahrhunderten. Mit dem heutigen Tag werden Sie vom Geldgeber zum Stifter.“

Mit der Stiftung für Aramäische Studien werden die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen für ein Institut für Aramäische Studien geschaffen. An diesem Institut werden Forschungen über die Geschichte, Religion, Sprache, Literatur und Kultur der Aramäer angeregt. Die Forschungen selbst, die Publikationen, die kulturellen Veranstaltungen und die Bildungsaufgaben des Instituts werden zur Stärkung und Stabilisierung des Lebens der Aramäer in Deutschland beitragen.

Eingebunden war die Stiftungsgründung in einen feierlichen Rahmen. So besuchten die Teilnehmer zunächst das ursprünglich von der Stiftung für armenische Studien gegründete Institut für Diaspora- und Genozidforschung, das heute eine Einrichtung der Ruhr-Universität Bochum ist und ließen sich über die wissenschaftliche Arbeit und die Aktivitäten des Instituts informieren. Anschließend begaben sich die Spender mit ihren Ehepartnern in den Senatssitzungssaal der Ruhruniversität zur Verabschiedung der Satzung und Unterzeichnung des Stiftungsgeschäfts. Die Sitzung wurde geschlossen mit einem Ausblick der von Anja Türkan, als Vertreterin der Gesellschaft zur Förderung Aramäischer Studien Mitglied im Vorstand der Stiftung, und des neu gewählten Vorsitzenden der Stiftung Martin Halef, der sich für das ihm ausgesprochene Vertrauen bedankte und der Entschlossenheit des Vorstands Ausdruck verlieh, die Stiftung weiter zu entwickeln, indem neue Zustifter hinzugewonnen werden, um die Stiftung so zu stärken, und das Ziel der Gründung eines Forschungsinstituts zu verwirklichen. „Die Stiftung“, so Halef, „ist ein Symbol, sie ist ein Geschenk besondere Art – und nicht zuletzt ist sie ein Versprechen, das wir  einzulösen gewillt sind“.

Dieser historische Tag wurde beschlossen mit einem Festessen in dem Restaurant „Gesellschaft Harmonie“, das von Kamil Hanna mit aramäischen Klängen umrahmt wurde.